Mode der Dreissiger Jahre
Die Mode der 30er Jahre zeichnete sich in der Frauenwelt durch Emanzipationsbestrebungen, in Form von feminineren Schnitten, und in der Herrenwelt durch Ein und Zweireiher Anzüge aus.
Die Modeschöpfer setzten bei der Damenmode der 30er Jahre endlich wieder auf feminine Schnitte und so änderte sich der Mode Style zu den 20er Jahre grundsätzlich, in dem die Frauen ihre weiblichen Kurven wieder durch engere Schnitte zur Schau stellten. Neben dem "Princesskleid" war der Glockenrock eine bezeichnende Modeerscheinung der 30er Jahre. Das Standard Outfit der Frauen war in der 30er Jahre Mode Bluse mit Rock. Die Herrenmode setzte in den 30er Jahren eher den Trend zum Anzug fort.
Als die 30er-Jahre begannen, befanden sich alle westlichen Industrienationen mitten in der Weltwirtschaftskrise, die im Oktober 1929 durch den "Schwarzen Donnerstag" an der New Yorker Börse ausgelöst wurde. Massenarbeitslosigkeit, Inflation und Depression: Die "Goldenen Zwanziger Jahre" waren definitiv vorbei. Als Folge des wirtschaftlichen Zusammenbruchs gelangten in weiten Teilen Europas Regimes an die Macht, die mit totalitären Mitteln und brachialen Wirtschaftsmodellen die Auswirkungen der Krise eindämmen wollten. In Deutschland wurden aus dieser Situation heraus die Nationalsozialisten an die Macht gewählt, die mit ihrer rassistischen und auf Krieg zielenden Politik schließlich den traurigen Schlusspunkt unter dieses Jahrzehnt setzen sollten: Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann im September 1939 der Zweite Weltkrieg.

Schon durch diesen politischen Rahmen aus wirtschaftlichem Niedergang in allen großen Industrienationen, dem Aufkommen von Faschismus und Sowjetkommunismus - und den speziellen Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie auf fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland - wirkt der Bruch der 30er-Jahre in Fragen der Kultur zu den "Roaring Twenties" eklatant. Hatten sich die 20er-Jahre durch eine unglaubliche Dynamik und Spannung in allen künstlerischen Disziplinen ausgezeichnet, nicht nur in den USA, sondern eben auch in London, Paris und Berlin, so brachten die 30er-Jahre einen Dämpfer. Neue und frische Impulse wurden seltener und hatten es schwer, sich durchzusetzen.
Gleichwohl boten auch die 30er-Jahre Highlights in Sachen Mode, Frisuren und Stil. Denn auch wenn gerade in Deutschland das politische System auch Einfluss auf diese privaten Bereiche des Menschen nehmen wollte, so gelang ihnen dies nur mit Einschränkungen. Mit Hilfe der Musik aus den USA, deren Verbreitung sich kaum aufhalten ließ, und vor allem durch den großen internationalen Durchbruch der Filmstudios in Hollywood, konnten sich modisch interessierte Europäer jederzeit auch aus den USA inspirieren lassen und, je nach Möglichkeit, den ein oder anderen Trend mitgehen. Und musikalisch kam aus den USA tatsächlich eine echte Sensation. Ein neuer Stil, entstanden aus Einflüssen des zuvor eher elitärem Chicago Jazz und der populären Dixieland-Musik, eroberte zunächst die Jazzkeller und schließlich die Tanzlokale: der Swing. Mit der ersten großen Welle dieser Swing-Musik starteten Big Bands, wie die des Klarinettisten Benny Goodman, ihren Siegeszug in den USA. Selbst einige deutsche Jugendliche trafen sich heimlich und unter Gefahr für ihre eigene Sicherheit, um die neue Musik zu hören und dazu immer wildere Tanzschritte auszuprobieren. Und nicht nur musikalisch setzten die USA in den 30er-Jahren die kulturellen Akzente. Nach der Emigration vieler deutscher Kunst- und vor allem Filmschaffender in die USA, bildete sich in Hollywood ein wahrer Talentpool. Auch wenn nicht alle Künstler an die Erfolge ihrer Zeit vor der Emigration anschließen konnten, so zählten einige von ihnen, wie Billy Wilder oder Marlene Dietrich, doch bald zu den großen Stars dieser Jahre.
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